Sonntag, 16. März | 21:00 Uhr
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Delbo
Grandes finesses
Eintritt: >>Vorverkauf: € 10,- | >>Abendkasse: € 12,-
Phänomene sind oftmals
kaum zu fassen. Viel zu unbegreiflich und unbeschreiblich sind sie. Delbo
sind derart. Es sind drei Berliner, die hier an einem Strang ziehen und
eine Geschichte zu erzählen haben. Ihr viertes Kapitel liegt nun
vor und trägt die Überschrift „Grande Finesse“ (VÖ:
24.1.08). Noch losgelöster von Standards, aber inmitten neuer Eingängigkeit
haben sie auf „Grande Finesse“ den richtigen Ton, die stimmige
Gefühlslage und sich als ihr eigenes Phänomen gefunden.
Das Berliner Trio macht hintergründige vielschichtige Musik, weitab
aller Trends. Man könnte es auch ganz einfach melodischen Gitarren-Rock
mit anspruchsvollen deutschen Texten nennen. Diese sind oft doppeldeutig,
metaphorisch, zum Mitdenken anregend. Sehr sympathische, entspannte Herren,
die nach eigener Aussage lieber für ein kleines Clubpublikum spielen,
als auf Festivals. Mittlerweile ist man schon bei Album Nummer Vier angelangt,
das sie ab Januar 2008 unter das Volk bringen.
"Grande Finesse" heisst es und bedeutet eine musikalische Horizonterweiterung,
denn zu den drei nach wie vor unkonventionell bedienten Standardinstrumenten
des Trios kommt nun eine Fraktion von Streichern, Bläsern und Keyboards
hinzu. Das verleiht den neuen Delbostücken eine Klangvielfalt und
–vielschichtigkeit, die sich richtig gut anhört.
DELBO // info
Phänomene sind oftmals kaum zu fassen. Viel zu unbegreiflich und
unbeschreiblich sind sie. Delbo sind derart.
Es sind drei Berliner, die hier an einem Strang ziehen und eine Geschichte
zu erzählen haben. Ihr viertes Kapitel liegt nun vor und trägt
die Überschrift "Grande Finesse".
Noch losgelöster von Standards, aber inmitten neuer Eingängigkeit
haben sie auf "Grande Finesse" den richtigen Ton, die stimmige
Gefühlslage und sich als ihr eigenes Phänomen gefunden.
"Grande Finesse" lässt mehr zu und von einigem ab. Piano,
Streicher, und Bläser umspannen Welten und laden diese auf. Auf diese
ihre Weise klingen Delbo so stilvoll und betörend wie Blonde Redhead,
ohne ihre ureigene Dringlich- und Kantigkeit verloren zu haben. Damit
bauen Delbo Poetisches, Melancholisches und im gleichen Atemzug Aufbauendes
wie ein Amelie-Soundtrack zusammen, ohne den Lärm Sonic Youth'scher
Art oder das Karate-ähnlich Kunstvolle missen zu lassen. Der explizite
Noise wurde entnommen und damit potenziert, die bildhaften Worte noch
weiter verschlüsselt und damit persönlich pointiert, der gebrochene
Rhythmus wurde versteckt und will nun im Fluss des Ganzen neu entdeckt
werden. Und all das ist so subtil wie zwingend!
Dieser Entwurf von Pop, Kunst und Sehnsucht, der sich weder jedem noch
sofort zu verstehen gibt. Weil die Farben so unmerklich fließen
und ihr großes Moll malen, das sich in all seiner Wucht erst im
Nachdruck erschließt. Aber wenn es dann soweit ist, dann erklärt
sich "Grande Finesse" vehement: die Erweiterung ist ihre eigene
Ausweitung auf eine reduzierte Formenvielfalt. Mit anderen Worten: "Grande
Finesse" ist die fragile wie wuchtige Vertonung innerer Dringlichkeit
und geheimen Glücks. "Grande Finesse" ist wie der seichte
Schein, der das Dunkle der Vergangenheit durchzieht und langsam alles
lichtet. So erstrahlt alles von selbst und ohne Worte, mehr von Innen
nach Außen. Tiefe wird spielerisch leicht gefüllt und Delbo
nochmals neu erklärt. All dies ist so zwingend wie dringend, so raus-
wie mitreißend. Es ist wie dieses phänomenale Gefühl im
Bauch. Und genau dort schlägt alles ein und will getragen werden.
Wie ein glücklicher Wal, in dessen Bauch die schönsten Fische
wie Schmetterlinge herumschwirren, treibt man mit "Grande Finesse"
durch Tag und Nacht. Hier ist alles zum Greifen nah und förmlich
zu fassen. Delbo sind derart. Fangt an sie zu tragen.
Puckernde Passion
Vor acht Jahren begann Delbo. DANIEL SPINDLER, FLORIAN LÜNING und
TOBIAS SIEBERT sind das einheitliche Geflecht dieser Geschichte, die in
ihren einzelnen Kapiteln weit tiefer in andere Netze verwoben sind, als
allgemein bekannt.
Allen voran ist es Gitarrist und Loob-Mitbegründer TOBIAS SIEBERT,
der sich einen Namen gemacht hat, der für Gutes steht. Gutes, das
meint insbesondere seine Passion als Sänger, Songwriter und Produzent
von Klez.e, die mit „Flimmern“ 2006 ein umfassend begeisterndes
Album vorlegten. In seinem „Radiobuellebrueckstudio“ [...]
verschanzten sich [...] vor und nach Delbo und Klez.e auch Bands und Künstler
wie Phillip Boa, Herrenmagazin, Hund am Strand, Kettcar, Lichter und Samba.
Auch Delbo-Schlagzeuger FLORIAN LÜNING ist ein Gefragter. Sowohl
im Studio also auch live war er bereits mit Kate Mosh, Virginia Jetzt!,
Samba, Jn. Fischer Erf. und Phillip Boa im Gange. Stets mehr als eine
begleitende Hand, war und ist er ein Ideen gebender Puls, der präzis
wie virtuos und versiert wie erzählend ein ganzes Spiel entscheiden
kann. Ein Spiel für die Band und ihr Gefühl, das in ihr steckt.
Ganz ähnlich ist es auch um Sänger und Bassist DANIEL SPINDLER
bestellt, denn auch er tanzt auf mindestens genauso vielen Kreativ-Hochzeiten
wie die anderen beiden. Nur einige Beispiele: Jüngst begleitete er
die Berliner Postrock-Band Seidenmatt auf ihrem Weg zum kanadischen Großprojekt
SDNMT. Dann vertieft er sich in un-regelmäßigen Abständen
in seine sympathisch kranke Heim-Idee der JN Fischer Erf. und hilft live
nicht selten Bands wie den bis nach Japan hoch geschätzten Gaston
am Bass aus. Nicht zuletzt ist er aber auch auf der anderen Seite als
Mitbegründer und täglich weiter nach vorne kurbelnder Betreiber
des Qualitätshauses Sinnbus Records aktiv.
Wie man unschwer erkennen kann, bündeln sich in Delbo drei Energieherde,
die Leidenschaften wohl und wissentlich kanalisieren. All das ist Passion
um ihrer selbst willen.